Immer mehr Leute fragen nicht mehr Google, sondern einen Assistenten – und bekommen eine Antwort mit zwei oder drei genannten Anbietern. Entweder bist du einer davon oder du existierst in diesem Gespräch nicht.
GEO, LLMO – worum es geht
GEO steht für Generative Engine Optimization, LLMO für Large Language Model Optimization. Gemeint ist dasselbe: dafür sorgen, dass Sprachmodelle deine Inhalte finden, verstehen und als Quelle verwenden. Es ist kein neuer Kanal, den man kauft, sondern eine Eigenschaft deiner Inhalte.
Der Unterschied zu klassischem SEO: Es geht nicht um eine Position in einer Liste, sondern darum, ob eine Aussage über dich zitierfähig ist. Die Grundlagen bleiben dieselben – siehe SEO für KMU.
Die Begriffe sind neu, die Aufgabe ist es nur halb. GEO – Generative Engine Optimization – und LLMO – Large Language Model Optimization – beschreiben denselben Gedanken: dafür zu sorgen, dass ein Assistent deinen Betrieb kennt, korrekt beschreibt und im richtigen Moment nennt. Der Unterschied zu klassischem SEO liegt weniger in den Massnahmen als im Ergebnis. Es gibt keine Position 3, sondern nur erwähnt oder nicht erwähnt.
Das hat zwei Folgen. Erstens ist Fortschritt schlechter messbar, weil dieselbe Frage bei zwei Personen unterschiedliche Antworten ergibt. Zweitens verschiebt sich der Fokus von Suchbegriffen zu Aussagen. Ein Assistent sucht keine Stichwörter, sondern eine belastbare Antwort – und dafür braucht er Textstellen, die eine Frage in wenigen Sätzen vollständig beantworten und sich anderswo bestätigen lassen.
Wie Assistenten ihre Quellen auswählen
Modelle mit Websuche stellen im Hintergrund mehrere Suchanfragen, lesen die besten Treffer und bauen daraus eine Antwort. Dabei bevorzugen sie Seiten, die die Frage direkt beantworten, die Aussagen mit Zahlen, Daten oder Beispielen stützen und die eindeutig einem Absender zugeordnet werden können.
Zusätzlich spielt Konsistenz eine Rolle: Wenn dein Firmenname, dein Standort und deine Leistungen überall gleich beschrieben sind – Website, Google-Profil, Branchenverzeichnisse, LinkedIn –, entsteht ein klares Bild. Widersprüche führen dazu, dass ein Modell dich lieber weglässt.
Auch wenn die Systeme unterschiedlich funktionieren, gibt es wiederkehrende Muster. Bevorzugt werden Inhalte, die eine konkrete Frage direkt beantworten, statt sie in einem langen Fliesstext zu umkreisen. Bevorzugt werden Quellen mit erkennbarem Absender, Datum und Zuständigkeit. Und bevorzugt wird, was mehrfach unabhängig dasselbe sagt – deine Website allein ist eine Behauptung, dieselbe Angabe im Unternehmensprofil, in einem Verband und in einem Fachbeitrag ist eine bestätigte Information.
Technisch spielt Zugänglichkeit mit hinein: Inhalte, die erst nach einer Anmeldung erscheinen oder ausschliesslich per Skript nachgeladen werden, sind für viele Systeme unsichtbar. Ebenso lohnt ein Blick in die robots.txt – manche Betriebe sperren die Zugriffe der KI-Anbieter aus, teils bewusst, teils weil es jemand einmal so eingestellt hat. Beide Entscheidungen sind legitim, aber man sollte wissen, welche man getroffen hat.
Was dagegen keine Rolle spielt, ist der Umfang. Eine Seite mit 2500 Wörtern zum Thema wird nicht deshalb zitiert, weil sie lang ist. Zitiert wird ein Abschnitt, der genau die gestellte Frage beantwortet – deshalb ist die Gliederung wichtiger als die Textmenge.
Was du konkret tun kannst
- Formuliere Überschriften als Frage, wie sie gestellt wird, und beantworte sie im ersten Absatz darunter.
- Schreib in normalen Sätzen statt in Marketingsprache – Modelle extrahieren Fakten, keine Adjektive.
- Belege Aussagen: Zahlen mit Quelle, Aussagen mit Beispiel, Behauptungen mit Einschränkung.
- Pflege eine echte FAQ-Seite mit den Fragen, die Kunden wirklich stellen. Unsere findest du unter Häufige Fragen.
- Hinterleg strukturierte Daten für Organisation, Adresse und Leistungen.
- Nenn Ort und Zielgruppe wörtlich: «KI-Workshops für KMU in Luzern» statt «Lösungen für die digitale Zukunft».
- Halte Angaben aktuell. Veraltete Preise und Teamlisten sind der häufigste Grund für falsche KI-Aussagen über Firmen.
Der wirksamste Einzelschritt ist meist die Umstellung auf Frage und Antwort. Formuliere Zwischentitel als die Fragen, die dir Kundinnen wirklich stellen, und schreibe darunter zuerst eine Antwort in drei bis vier Sätzen, bevor du ausführst. Diese Absätze sind sowohl für Menschen als auch für Antwortsysteme brauchbar, weil sie ohne Kontext verständlich bleiben.
Zweitens: Eindeutigkeit über alle Kanäle. Firmenname, Standort, Leistungen, Ansprechperson, Öffnungs- oder Erreichbarkeitszeiten sollten überall gleich formuliert sein. Wenn du an einer Stelle «KI-Beratung» und an anderer «Digitalisierungsberatung» schreibst, entstehen zwei halbe Profile statt eines klaren.
Drittens: belegbare Substanz statt Behauptungen. Konkrete Abläufe, Zeiträume, Voraussetzungen, Preisgrundlagen, Beispiele aus der Arbeit. Und viertens die maschinenlesbare Ebene – strukturierte Daten für Organisation, Leistungen und häufige Fragen. Sie ersetzen keinen Inhalt, machen aber die vorhandenen Angaben unmissverständlich.
Selbsttest in 15 Minuten
- Formuliere fünf Fragen, bei denen dein Angebot die Antwort wäre.
- Stell sie in zwei Assistenten mit Websuche, zum Beispiel ChatGPT und Perplexity.
- Notiere, wer genannt wird und welche Quellen zitiert werden.
- Prüfe, ob Angaben über deine Firma stimmen.
- Wiederhole den Test monatlich – so siehst du Veränderung, ohne ein Tool zu kaufen.
Was nicht funktioniert
Versteckter Text für Maschinen, Keyword-Listen im Fussbereich, Massen an dünnen Beiträgen: Das war schon bei Suchmaschinen ein schlechtes Geschäft und wird von Modellen noch schlechter belohnt, weil sie Inhalte zusammenfassen und Widersprüche bemerken. Ebenso wenig hilft es, Inhalte komplett von einer KI schreiben zu lassen – austauschbare Texte werden nicht zitiert.
Nicht funktioniert alles, was auf Menge setzt. Fünfzig automatisch erzeugte Seiten zum gleichen Thema erhöhen die Chance nicht, sie senken sie, weil sich die Aussagen gegenseitig verwässern. Ebenso wenig helfen versteckte Anweisungen im Quelltext, die einem Modell etwas vorschreiben sollen – das ist kein Optimieren, sondern ein Versuch, ein System zu täuschen, und er fällt spätestens beim nächsten Update auf.
Auch Abkürzungen über Bezahlung gibt es nicht. Wer dir eine garantierte Nennung in ChatGPT oder einem anderen Assistenten verkauft, verkauft etwas, das er nicht kontrolliert. Bezahlte Platzierungen können in solchen Oberflächen erscheinen, sie sind dann aber als Werbung erkennbar und etwas anderes als eine zitierte Quelle.
Und schliesslich hilft es nicht, den eigenen Namen möglichst oft zu erwähnen. Antwortsysteme suchen keine Häufigkeit, sondern Zuordnung: Welcher Anbieter passt zu welcher Situation. Ein Satz, der klar sagt, für wen du arbeitest und für wen nicht, ist wirksamer als zwanzig Nennungen ohne Kontext.
Wie du Fortschritt siehst
Erwarte keine Rankingliste. Messbar sind: Wie oft du bei deinen Testfragen genannt wirst, ob deine Seiten als Quelle auftauchen, und ob Anfragen hereinkommen, in denen Leute sagen, sie hätten dich über einen KI-Assistenten gefunden. Diese Frage gehört ab heute in jedes Erstgespräch.
Die vollständige Vorgehensweise steht auf der Seite GEO und LLMO.
Fortschritt siehst du nicht in einem Diagramm, sondern in einer wiederholten Stichprobe. Lege zehn bis fünfzehn Fragen fest, die eine Kundin stellen würde, und stelle sie zwei- bis dreimal pro Jahr in den gängigen Assistenten. Notiere pro Frage: wirst du genannt, werden Mitbewerber genannt, ist die Aussage über dich korrekt. Diese Tabelle ist unelegant, aber sie ist über die Zeit vergleichbar – und das ist alles, was du brauchst.
Ergänzend lohnt der Blick auf die Herkunft der Besuche. Immer mehr Auswertungen zeigen Zugriffe aus Assistenten separat. Die Zahlen sind meist klein, aber die Qualität ist oft hoch, weil diese Leute mit einer konkreten Frage kommen. Ein zweiter Hinweis kommt aus dem Gespräch: Wenn Anfragen anfangen, Formulierungen aus deinen Texten zu verwenden, wirkt der Kanal – auch ohne Messwert.
Häufige Fragen
Kann man sich in KI-Antworten einkaufen?
Für die organischen Erwähnungen nicht. Entscheidend sind Inhalte, die eine Frage direkt beantworten, und konsistente Angaben über die Firma.
Wie messe ich GEO ohne zusätzliches Tool?
Mit fünf festen Testfragen in zwei Assistenten, monatlich wiederholt. Notiere, wer genannt wird und welche Quellen zitiert werden.
Schadet KI-geschriebener Text der Sichtbarkeit?
Nicht das Werkzeug ist das Problem, sondern Beliebigkeit. Austauschbare Texte ohne eigene Fakten werden weder verlinkt noch zitiert.
Testen, wie sichtbar du in KI-Antworten bist
Wir prüfen mit deinen fünf wichtigsten Fragen, wo du erwähnt wirst – und was dafür auf der Website fehlt.






